Interview mit Patrick Bengondo (Kam)

- Bengondo im Winterthur-Dress
Africanfootball: Patrick Bengondo, 3 zu 3 gegen die Young Boys. Der FCA darf zufrieden sein.
Patrick Bengondo: Ja sicher, ich meine für uns war heute nicht viel mehr dringelegen. In der ersten Halbzeit hat uns YB über weite Strecken klar dominiert. Nach der Halbzeit gelang es uns immer besser auch YB in Schwierigkeiten zu bringen. Mit drei Ausgleichstreffern haben wir heute wirklich grosse Moral gezeigt und bewiesen, dass wir den zweiten Tabellenrang nicht gestohlen haben. Für YB ist es natürlich sehr bitter, durch zwei Penaltys den sicher geglaubten Sieg noch aus der Hand zu geben. Aber die Elfmeter fielen nicht vom Himmel.
Wie sehen sie ihre momentane Situation im Sturm? Ihre Sturmkollegen, Rogerio und Liga-Top-Skorer Ianu erfeuen sich einer ausgezeichenten Form.
Ja, in der Tat die beiden sind momentan sehr stark. Für den FC Aarau ist das eine tolle Situation. Dass ich bisher vorallem zu kurzen Teileinsätzen kam, entspricht den Gesetzen des Fussballs. Jeder bekommt seine Minuten. Es ist für mich natürlich nicht einfach, aber mir bleibt nichts anderes übrig, als in diesen wenigen Minuten, einfach alles zu geben fürs Team und zu zeigen was ich drauf habe. Die Hierarchien können sich im schnelllebigen Fussball schnell ändern. Man muss immer bereit sein.
Als Ersatzspieler, wie ist ihr Verhältnis zum Trainer, Ryszard Komornicki?
Das ist wirklich hervorragend, Komornicki spricht mit jedem Spieler, egal ob er spielt oder nicht. Er sucht immer das Gespräch, versucht allen seine Überlegungen mitzuteilen und klar zu machen. Kommunikation ist seine Philosophie. Ich bin jetzt dann 27-jährig, habe bei vielen Mannschaften gespielt und viele Trainer erlebt. Einen besseren Trainer als Ryszard hatte ich nicht. Es ist fantastisch.
Die Ambiance in der Mannschaft muss hervorragend sein.
Ja, es ist unglaublich. Wir ziehen wirklich alle an demselben Strick. Jeder ist motiviert, gibt jeden Tag alles im Training. Die guten Leistungen, widerspiegeln den hervorragenden Teamgeist. Oft gehen wir gemeinsam essen oder machen zusammen Ausflüge. Hat einer Geburtstag kommt jeweils schnell Party-Stimmung auf. Wir geniessen es!
Sie kamen aus der Challenge League zu Aarau. Wie war für Sie die Umstellung?
Ich denke, ich habe mich an die Super League bereits sehr gut anklimatisiert. Als ich im Sommer 2006 das erste Mal von Winterthur nach Aarau wechselte, war für mich die Umstellung sehr gross. Mit der höheren Intensität kam ich sehr schlecht zurecht. Ausserdem war die Stimmung im Team nicht gut, nicht vergleichbar mit der jetzigen. Es war eine schwierige Zeit aber sie war für mich gleichzeitig auch sehr lehrreich. Jetzt kann ich von diesen Erfahrungen profitieren.
Wir störten sie gerade beim relaxden Musikhören vor dem Mannschaftsbus. Welche Musik hören Sie?
Nach dem Spiel höre ich immer Enya. Diese Musik beruhigt mich. Kennen Sie Enya?
Natürlich! Viele Spieler hören jeweils auch vor den Spielen Musik. Sie auch?
Oh Nein, das bringt mich durcheinander und stört meine Konzentration. Das ist definitiv nichts für mich.
Matar Coly, der senegalesische Stürmer von Xamax, hört am liebsten Coupé décalé. Er meinte, ganz Afrika fahre ab auf Coupé décalé. Können Sie das bestätigen?
Ja, das ist unbestritten so. Die ivorischen Musiker haben unseren Kontinent erobert. Die Musik ist aber auch wirklich toll.
Interview und Übersetzung: skl



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