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Seydou Doumbia, der neue YB-Goalgetter?

Africanfootball: Seydou Doumbia, Herzlich Willkommen in Bern, wir treffen Sie hier im Fanshop der Berner Young Boys. Sie kommen gerade vom Training, wie wars?

Seydou Doumbia: Im Moment bin ich noch in der Eingewöhnungsphase. Die Mannschaft hat mich sehr gut aufgenommen, alles läuft gut und ich fühle mich hier sehr wohl. Ich verhalte mich gut, also verhalten sich auch die Teamkollegen gut.

 

Sind grosse Unterschiede erkennbar, wenn Sie das YB-Training mit dem Training bei Kashiwa Reysol vergleichen?

Ich bin zwar noch nicht lange hier und trainierte auch noch nicht so oft, aber hier ist das Training bestimmt physischer ausgelegt als noch in Japan.

 

Wie würden Sie die Ambiance im Team beschreiben?

Ja, die Ambiance im Team ist sehr gut und ich hoffe, dass es auch weiterhin so sein wird.

 

Haben Sie Thierry Doubai und Gilles Yapi vor Ihrem Transfer nach Bern bereits gekannt?

Ja, Thierry Doubai kenne ich schon seit ich ganz klein bin, wir waren nämlich an derselben Fussballschule in Abidjan. Yapi habe ich zwar nicht persönlich gekannt aber ich habe ihn schon mehrmals spielen sehn, insofern kannte ich ihn schon.

 

Alain Baumann hat uns gesagt, dass Sie im Moment noch bei Thierry Doubai wohnen? Wie lebt es sich so mit ihrem Jugendfreund?

Ja, es lebt sich sehr gut, das hat sicherlich auch damit zu tun, dass wir uns auch schon in Abidjan kannten.

 

Yapi und Doubai ünterstützen Sie sicherlich auch beim Einleben hier in Bern?

Ja, wir sind hier ja 3 Ivorer und sie helfen mir sehr.

 

Wie helfen sie genau?

Yapi ist hier mein grosser Bruder. Er ist sehr nett und gibt mir auch immer gute Ratschläge. Dadurch hilft er mir mich an das Leben in der Schweiz zu gewöhnen.

 

Wie sind Ihre ersten Eindrücke von Bern?

Ich bin hier nicht mehr so stark isoliert wie noch in Japan. Hier sprechen die Leute alle etwas Französisch, in Japan war das mit der Sprache schwieriger. Ich musste mich in Japan auch entsprechend anpassen.

 

Haben Sie sich in der Stadt schon etwas umgeschaut?

Nein, leider bin ich noch nicht dazu gekommen.

 

Warum sind Sie in die Schweiz gekommen?

Für mich ist es die optimale Gelegenheit in Europa Fuss zu fassen und näher bei den ganz grossen Clubs zu spielen. Als die Anfrage aus Bern kam, habe ich keine Sekunde gezögert und das Angebot angenommen.

 

Hatten sie neben demjenigen aus Bern auch noch andere Angebote?

Nein, nicht wirklich. Die YB-Offerte war die einzige.

 

Wie war das Leben als Fussballer in Japan?

Es war etwas schwierig, weil sie dort kein Französisch sprechen, sondern nur Japanisch und ein wenig Englisch. Es war schon schwierig, aber ich habe versucht mich so gut wie möglich anzupassen.

 

Wie wärs mit einem Satz Japanisch?

Arigato, dass heisst Merci.

 

Sie haben bereits für die Ivorische Nationalmannschaft gespielt.

Ja, ich habe bereits für die Nationalmannschaft gespielt und hoffe natürlich, dass ich für die weitere WM-Qualifikaion und hoffentlich auch für die Weltmeisterschaft im Aufgebot stehen werde. Ich werde hier für YB natürlich alles geben, damit ich dieses Ziel auch erreichen kann.

 

Wie wichtig ist der Fussball in der Elfenbeinküste?

Er ist sehr wichtig, auch als Motivation für die jungen Ivorer, sie haben alle das grosse Ziel einmal in Europa spielen.

 

Sie haben die Fussballakademie in Abidjan besucht, YB hat seit diesem Jahr eine Partnerschaft mit dieser Akademie. Was halten Sie davon?

Ich sage Hut ab. Dieses Glück haben nicht alle afrikanischen Vereine. Ich hoffe, dass diese Partnerschaft lange anhält.

 

Haben sie vor ihrem Engagement in Japan nur für die Akademie gespielt oder auch in anderen Klubs?

Vorher habe ich in der Liga der Elfenbeinküste gespielt und wurde dort auch Torschützenkönig.

 

Alle möchten wissen wie viele Tore sie in Japan geschossen haben. Wie viele waren es?

Die Meisterschaft war noch jung (4 Monate). In dieser Zeit hatte ich 7 Treffer erzielt.

 

Waren Sie dort ein Star?

Nicht wirklich, aber man hat mich, glaube ich, schon gemocht.

 

Was sind Ihre fussballerischen Stärken?

Im Moment ist es mein Ziel, mein Spiel laufend zu verbessern um auch gegen die grossen Klubs in Europa bestehen zu können.

 

Auf YouTube gibt es einen Film über Sie, ist das für Sie eine besondere Ehre?

Ja, das ist sicher eine Ehre für mich, YouTube ist eine weltweit bekannte Homepage und in diesem Zusammenhang werde ich alles geben, um noch mehr Filme mit Szenen von mir auf Youtube zu finden.

 

Im aktuellen Kader der Berner stehen viele Stürmer, wie sehen Sie Ihre Situation angesichts dieser grossen Konkurrenz?

Ich war schon immer ein Kämpfer und ich bin hierher gekommen um mich durchzusetzen. Ich glaube eine solche Konkurrenz ist in Europa normal und wird mich sicherlich nicht hemmen alles zu geben, und so viele Tore wie möglich zu schiessen.

 

Was ist ihr persönliches Ziel für die nächste Saison?

Mein persönliches Ziel ist es viele Tore zu schiessen und mir in der Mannschaft eine gute Stellung zu erkämpfen.

 

Wer ist ihr Idol?

Mein Idol ist Didier Drogba und natürlich auch Samuel Eto’o.

 

Warum Drogba?

Drogba ist ein Spieler der mich schon immer sehr beeindruckt hat. Ich mag seine Spielweise und seine Persönlichkeit.

 

Haben sie die europäischen Meisterschaften verfolgt?

In Japan war das nicht so einfach, aber ich hatte eine Satellitenschüssel und konnte so doch europäische Spiele verfolgen.

 

Welche Mannschaft mögen sie am Meisten?

Chelsea und Barcelona.

 

Chelsea wegen Drogba?

Ja natürlich.

 

Was ist Ihr Traum fürs Leben?

Mein Traum ist es in einer ganz grossen Liga zu spielen und mit Didier Drogba oder Samuel Eto’o in einer Mannschaft zu sein, und wenn möglich, so gut zu spielen wie sie.

 

Wir wünschen Ihnen dabei viel Glück! Herzlichen Dank fürs Interview.

 

Interview: Simon Klopfenstein

Übersetzung: Brian Ruchti